22.02.2024, 19:50
(22.02.2024, 17:44)Meister96 schrieb:(22.02.2024, 06:22)GasCan schrieb: Kannst mich gerne einen Assi nennen, wird aber nichts daran ändern, dass die DFL und Watzke ein falsches Signal aussenden. Sich den Gewaltbereiten zu beugen wird der Liga am Ende mehr Schaden als alles andere.
Ich bereue es jetzt schon aber in all den Jahren hat sich deine Weitsicht zum Fußball und drumherum nicht weiter entwickelt.
Wenn ich schon das Wort "Gewaltbereite" lese.... Wann warst du das letzte mal eigentlich im Stadion oder als Fan wirklich aktiver, als nur vorm Fernseher zu sitzen und die Berichterstattung auf Kicker und Konsorten zu lesen?
Traurig, traurig....
Ich war ein mal in Köln im Stadion, dieses Erlebnis hat mir gereicht. Eigene Fans sowie gegnerische Fans werden angepöbelt und ohne Grund aufs übelste beleidigt, vor dem Spiel wird sich schon recht offen für die "3. Halbzeit" verabredet mit so schönen Kommentaren "hier ist ein schöner Platz zum kloppen". Im Stadion selbst führen die sich auf als wären sie der Eigentümmer. Danke einmal und nie wieder.
Für mich sind das nur gewaltbereite Idioten, was man auch schon daran sieht, dass sie sich immer schön vermummen bevor sie ihre Aktionen starten. Wenn ich friedlich protestieren will, dann brauche ich mich nich unkenntlich zu machen, dann stehe ich auch dafür ein. Es sagt auch schon viel aus, dass es bislang keine öffentliche Entschuldigung (zumindest ist mir keine bekannt) seitens der "Fans" gegenüber Kind für die Morddrohung gab.
Im Doppelpass kam wurde das sogar noch verharmlost.
Um aber zum Thema zurückzukommen, meine Weitsicht im Fussball geht schon über den Tellerrand meines Vereins hinaus, deshalb bereitet mir diese Entwicklung mehr Sorgen als euch scheinbar. Das Zustandekommen der Absage an einen Investor ist sicherlich nichts, was man feiern sollte, sondern eher ein Armutszeugnis für die Liga, deren Schaden jetzt noch nicht absehbar ist.
Bei dem ganzen Thema sollte jeder immer bedenken, dass die Vereine KEINE Vereine mehr im klassischen Sinne sind. Nahezu alle Vereinen sind mittlerweile mittlere bzw große Unternehmen, wo es nicht nur darum geht den Fussball zu finanzieren, sondern auch um (normale) Arbeitsplätze und andere (Bau)Projekte, in die die Vereine investieren. Es geht also nicht nur um sportlichen Erfolg, sondern auch um wirtschaftliche Erlöse zu generieren.
In der Wirtschaft ist der Einstieg eines Investors völlig normal, da gibt es auch keine großartigen Proteste, wenn ein neuer Investor bei VW oder so einsteigt. es wird hingenommen.
Im Profifussball sollte man diese Entwicklung vielleicht irgendwann auch mal akzeptieren und nicht veralteten Denkmustern hinterherlaufen. Es wird immer wieder gesagt, dass die Strukturen des DFB zu amateurhaft sind und professionalisiert werden müssen, nach gestern muss man leider sagen, dass die DFL genauso amateurhaft aufgestellt ist.
Anstatt den Deal abzusagen, hätten sich alle Beteiligten DFL, Investor, Fans an einen Tisch setzen sollen, um einen Kompromiss auszuhandeln. Wären diese Gespräche gescheitert, dann hätte man sich immernoch über andere Wege der Umsetzung unterhalten können.
So wie es jetzt abgelaufen ist, hat sich die DFL keinen Gefallen getan. Der (Image)Schaden ist immens. Die DFL hat gezeigt, dass sie erpressbar ist. Was passiert, wenn z.B. der neue TV-Vertrag den "Fans" aus irgendeinem Grund nicht passt und es wieder zu Protesten kommen soll?
In der Wirtschaft bei Verhandlungen gibt es 2 Güter, die quasi unbezahlbar sind: Vertrauen und Verlässlichkeit. Beides hat die DFL seit gestern eingebüßt.
Als Verhandlungspartner kann man die DFL kaum noch als vertrauensvoll und verlässlich ansehen, was sich am Ende in den finanziellen Angeboten bzw. Erlösen widerspiegeln wird.
Kurzfristig mag der eine oder andere die Absage an den Investor als Erfolg feiern, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es langfristig gesehen eine gute Entscheidung war, weil das Zustandekommen auch bei anderen Partnern registriert wurde.

